Ernährung

Ernährung

Ernährungstherapie (Ilaj-Bil-Ghiza)

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung verhilft dem Menschen seinen Gesundheitszustand und Wohlbefinden aufrecht zu erhalten. Die „ausgewogene Ernährung“ im klassischen Unani-Sinne ist jedoch weitreichender, als sonst im Alltag bekannt. Auch bei Krankheiten ist die erste und grundlegendste Stufe der Therapie in der Unani Medizin die Ernährungstherapie. Jegliche Therapieform ohne Einstellung der Ernährung ist unvollständig, denn die zugeführten Nahrungsmittel haben allesamt ihren individuellen Einfluss auf unseren Körper.

Nahrungsmittel werden gemäß ihres energetischen und gemäß ihres nährenden Charakters eingeteilt. Energetisch werden warme und kalte sowie trockene und feuchte Nahrungsmittel unterschieden. Dies bezieht sich nicht auf die Konsistenz der Nahrung (z.b. warm oder kalt) sondern, deren Effekt auf unseren Körper. Jeder kennt den wärmenden Effekt der Chilischote oder einer Ingwersuppe. Diesen Effekt spürt man unmittelbar bei der Nahrungsaufnahme. Ein frisch gepresster Orangensaft oder ein Eis im Sommer wirkt der herrschenden Hitze im Körper entgegen. So sind alle Nahrungsmittel energetisch different und bringen Wärme, Kälte, Trockenheit oder Feuchtigkeit in den Körper, wenn auch unterschiedlich schnell und unterschiedlich stark. Diesen Effekt muss man bei der Therapie einer Erkrankung mit einplanen, so muss bei einer „feuchten Erkrankung“ und/oder einem „feuchten Temperament“ trocknende Nahrungsmittel eingesetzt werden, um der zunehmenden Feuchtigkeit (oder auch Flüssigkeitsansammlung) entgegenzuwirken. Bei einer dekompensierten Herzinsuffizienz mit Beinödemen (Wasseransammlung in den Beinen aufgrund einer Pumpschwäche des Herzens) ist beispielsweise dieser Effekt sehr empfehlenswert. Im Gegenzug ist die Therapie erschwert oder gar erfolglos, wenn der Patient zu viele „feuchte“ Nahrungsmittel zu sich nimmt.

Der nährende Effekt der Nahrungsmittel bezieht sich zum einen auf den gesamten Körper, zum anderen aber auch auf einzelne Organe. So ist beispielsweise der Granatapfel gut für die Leber und Fleisch gut für das Blut. Hier gilt auch der verbreitete Grundsatz, dass die „ausgewogene Ernährung“ wichtig ist, um die verschiedenen Organe des Körpers zu ernähren.

Es ist festzuhalten, dass sowohl der nährende als auch der energetische Effekt unserer Nahrungsaufnahme täglich zu beachten ist. Als letzten Punkt ist noch anzuführen, dass eine gesunde Ernährung auch zu einer gesunden Aufnahme und Ausscheidung von Stoffen führt, welche zu den „sechs notwendigen Lebensfaktoren“ (Asbab Assitta Aldharuria“) gezählt wird und an anderer Stelle besprochen wird.

Ein bekanntes Zitat besagt: „Der Magen ist das Haus der Erkrankung“. (Mohammad ibn Abdallah)